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Rhein-Hunsrück, Deutschland

Eckdaten

Der Rhein-Hunsrück-Kreis liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz, zwischen Luxemburg und der Metropolregion Frankfurt. Er erstreckt sich vom Oberen Mittelrheintal im Osten bis zu den Hunsrückhöhen im Westen. Mit 103 700 Einwohnern und nur drei Städten zwischen 5 000 und 20 000 Einwohnern ist die Region dünn besiedelt und ländlich geprägt. Traditionell ist die Forstwirtschaft, vor allem in den Mittelgebirgen, ein wichtiger Wirtschaftszweig. Heute sind im Rhein-Hunsrück-Kreis vor allem kleine und mittelständische Unternehmen angesiedelt. Beschäftigungsrelevante Branchen sind das produzierende und verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, das Handwerk, der öffentliche Dienst und das Bildungswesen sowie der Handel und der Tourismus. Die Bevölkerungsentwicklung war in den letzten zehn Jahren stabil und wird in den nächsten zwei Jahrzehnten voraussichtlich nur sehr geringfügig abnehmen, während die Bevölkerung insgesamt altert. Seit 2018 produziert die Region mehr erneuerbare Energie (hauptsächlich Wind- und Solarenergie) als sie verbraucht und nimmt damit die Rolle eines Best-Practice-Beispiels in Bezug auf die lokale Energieautarkie ein.

Beteiligte 
Partner

Living Lab – Transitionen

Die Region Rhein-Hunsrück steht vor Herausforderungen des demografischen Wandels. Er hat Auswirkungen auf die Arbeitskräfte und damit auf die regionale Wertschöpfung. Ein Fachkräftemangel ist in einigen Berufsgruppen bereits erkennbar und stellt die Arbeitgeber vor eine wachsende Herausforderung, diese Lücken zu schließen. Der Rückgang ist eine Folge des im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums und des daraus resultierenden höheren Fachkräftebedarfs in den vergangenen zwei Jahrzehnten sowie der Abwanderung junger Menschen für eine akademische Ausbildung. Dies betrifft nicht nur akademische Fachkräfte in einzelnen Berufsgruppen, sondern vor allem nicht-akademische Fachkräfte in technischen Berufen, z.B. in den Bereichen Mechatronik, Automatisierungstechnik und Elektrotechnik. Auch in den Gesundheits- und Pflegeberufen gibt es einen Fachkräftemangel. Die Pendlerquote ist negativ, d.h. mehr Beschäftigte pendeln von ihrem Wohnort im Kreis zu einer Arbeitsstelle außerhalb als andersherum. Allerdings ist die Beschäftigungsquote in vielen Branchen gestiegen, unter anderem im verarbeitenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor, im Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungssektor, im Immobiliensektor sowie im öffentlichen Dienst, im Bildungs- und Gesundheitswesen. Da der Rhein-Hunsrück-Kreis die höchste Arbeitsplatzdichte aller rheinland-pfälzischen Landkreise aufweist, ist es ein zentrales Ziel der Regionalentwicklung, Menschen zum Umzug oder zur Rückkehr in die Region zu bewegen.

Der Rhein-Hunsrück-Kreis liegt größtenteils im Gebiet der LEADER-LAG Hunsrück, die sich seit Jahren mit der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (kurz: LILE) diesen Themen widmet. Gemäß dem Titel der Strategie „Nachhaltige Region” liegt der Schwerpunkt auf der weiteren Verbesserung der Lebensqualität, der nachhaltigen Entwicklung der regionalen Wirtschaft und dem Erhalt der kulturellen Vielfalt. Darüber hinaus werden Kinder und Jugendliche sowie Freiwillige stärker berücksichtigt. Innovation spielt in der LAG-Strategie eine entscheidende Rolle, was zu einer Förderung der regionalen Wirtschaftstätigkeit geführt hat.

Der andere Teil der Region gehört zur LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal. Ihre Strategie sieht eine nachhaltige Entwicklung als Lebensraum für alle Generationen vor. Ziel der Strategie ist es, die Attraktivität der Region zu steigern und die Kulturlandschaft zu schützen und nachhaltig zu entwickeln. Auch die regionale Identität soll gestärkt werden.

Der Hunsrück ist ein einzigartiges Naherholungsgebiet, in dem sich Teile der Naturparks Soonwald-Nahe und Saar-Hunsrück befinden. Darüber hinaus beherbergt die Region zahlreiche kulturhistorisch bedeutende Zeugnisse aus der Zeit der Kelten und Römer, die von der gemeinsamen historischen Entwicklung der Region zeugen und bis heute als verbindend und identitätsstiftend angesehen werden. Das Mittelrheintal ist bekannt für seine uralte Kulturlandschaft, geprägt von kleinen Städten an den Flussufern, den Steilhängen mit ihren Weinbergen und den zahlreichen Burgen und Ruinen. Der Rhein selbst ist nicht nur die wichtigste Wasserstraße Europas, sondern auch eine Quelle gemeinsamer regionaler und auch deutscher Identität. Darüber hinaus verfügt das Gebiet über eine gut erhaltene Kulturlandschaft mit reichen Beständen an Obstgärten, Viehweiden, Feldrainen und Gehölzen, die der Region eine besondere Attraktivität verleihen. Zudem bieten die zahlreichen zusammenhängenden Wald-, Wiesen- und Ackerflächen Lebensraum für große Wildtierpopulationen. Weite Teile der Region sind Schutzgebiete.

Konfliktpotenziale ergeben sich aus einem Nebeneinander von Landwirtschaft und Naturschutz. Die Region bleibt auch nicht von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Land- und Forstwirtschaft sowie den Rhein verschont. Im Rhein-Hunsrück-Kreis gibt es seit 2011 ein Klimaschutzkonzept, das auf Energieerzeugung, -effizienz und -einsparung setzt. Die Region erzeugt gegenwärtig mehr als 300 % des eigenen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien (vor allem Wind- und Sonnenenergie, aber auch Biogas) und ist damit ein Vorreiter der Energiewende.

Der Zugang zu schnellem Internet ist im Rhein-Hunsrück-Kreis noch weniger gut als im Landesmittel. Der Ausbau des Glasfasernetzes in der Region schreitet aber mit öffentlichen Mitteln von Land und Bund voran.

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